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Biografische Anamnese

Biografische Anamnese

Biografische Anamnese eines erwachsenen Patienten mit Familien-, Berufs- und Belastungsanamnese.

Biografische Anamnese

Persönliche Daten

Der Patient sei 56 Jahre alt, arbeite seit rund zehn Jahren als Mechatroniker in der Instandhaltung einer mittelständischen Fertigungsanlage für Präzisions-CNC-Maschinen und lebe seit 30 Jahren mit seiner Partnerin zusammen.

Familienanamnese

Der Patient habe eine 54-jährige Partnerin, mit der er seit 30 Jahren zusammenlebe. Aus der Partnerschaft seien drei erwachsene Kinder hervorgegangen: eine 28-jährige Tochter, die als Grundschullehrerin tätig sei; ein 26-jähriger Sohn, der im zweiten Fachsemester Medizinstudium absolviere; sowie eine 23-jährige Tochter, die Informatik studiere und als Werkstudentin in einem Start-up tätig sei. Der Patient habe eine ältere Schwester, die fünf Jahre älter sei und als Rechtsanwältin in einer Großstadt tätig sei; der Kontakt zu ihr sei regelmäßig und unterstützend. Ein jüngerer Bruder, der sieben Jahre jünger sei, habe vor fünf Jahren die Ausbildung zum Metallbauer abgebrochen und sei seitdem arbeitslos. Der Patient berichtet von einem seit etwa einem Jahr bestehenden größeren Zerwürfnis mit dem Bruder, das sich um finanzielle Entlastungszusagen, die Pflege der Eltern und gegenseitige Vorwürfe wegen mangelnder Zuverlässigkeit drehe; der Patient habe beschlossen, vorerst Abstand zu halten, um die eigene psychische Stabilität zu schützen. Der Vater des Patienten sei 81 Jahre alt, ein ehemaliger Schichtarbeiter im Stahlwerk, nun im Ruhestand, und habe ein sehr gutes Verhältnis zum Patienten; er sei ein wichtiger Ansprechpartner. Die Mutter des Patienten sei vor acht Jahren im Alter von 72 Jahren an einer fortschreitenden Lungenerkrankung verstorben; ihr Tod habe den Patienten stark erschüttert und zu einer ersten depressiven Phase geführt. Väterlicherseits sei der Großvater im Zweiten Weltkrieg Panzerfahrer gewesen, danach ebenfalls im Stahlwerk tätig gewesen und habe mehrere Jahre ein Alkoholproblem gehabt, das in einer Entzugsklinik behandelt worden sei; danach sei er abstinent geblieben. Die Großmutter väterlicherseits sei Hausfrau gewesen und habe in ihrer Freizeit handgefertigte Holzmöbel für Nachbarn gefertigt. Mütterlicherseits sei der Großvater jung an einer Lungenentzündung gestorben; die Großmutter sei strenggläubig gewesen und habe im Familienbetrieb einer kleinen Molkerei gearbeitet, wobei ihr Mann häufig wegen langer Arbeitszeiten abwesend gewesen sei.

Kindheit und Jugend

Der Patient habe die Realschule abgeschlossen, anschließend die Fachoberschule für Technik besucht und dort die Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Maschinenbau erworben. Danach habe er eine dreijährige Ausbildung zum Mechatroniker absolviert und die Gesellenprüfung erfolgreich bestanden. In seiner Kindheit habe er sich immer sehr integriert gefühlt, ein starkes Familiengefühl sowie liebevolle Betreuung durch die Großeltern erlebt, und gute Beziehungen zu Schulkameraden und Nachbarn gehabt.

Partnerschaft und Sexualität

Der Patient lebe seit 30 Jahren in einer festen Partnerschaft mit seiner 54-jährigen Partnerin; keine weiteren Angaben zu sexuellen Aspekten gemacht.

Beruflicher Werdegang

Nach Abschluss der Ausbildung sei der Patient zunächst im Ausbildungsbetrieb als Facharbeiter tätig gewesen und habe nach fünf Jahren zum jetzigen Arbeitgeber gewechselt. Seit zehn Jahren arbeite er als Mechatroniker in der Instandhaltung einer mittelständischen Fertigungsanlage für Präzisions-CNC-Maschinen. Zuvor sei er fünf Jahre in einem anderen Unternehmen der Automatisierungstechnik beschäftigt gewesen. Im Rahmen seiner Tätigkeit habe er mehrere Fortbildungen im Bereich Robotik und Industrie absolviert. Vor zehn Jahren sei ein mechanisches Teil auf seine rechte Hand gefallen, wodurch bleibende Nervenschäden entstanden seien, die seine Feinmotorik leicht einschränken; er müsse nun bewusst mit der Hand umgehen, könne seine Arbeit jedoch weiterhin ausüben.

Soziale Beziehungen

Der Patient habe regelmäßigen, unterstützenden Kontakt zu seiner Schwester und zu seiner Partnerin; er helfe seinen erwachsenen Kindern bei praktischen Angelegenheiten, etwa beim Umzug der ältesten Tochter oder bei der Studienfinanzierung des Sohnes. Der Kontakt zum jüngeren Bruder sei derzeit stark belastet und von Abstand geprägt. Der Patient fühle ein Gefühl zunehmender sozialer Isolation, obwohl er Rückhalt von Partnerin und Schwester erhalte.

Aktuelle Lebenssituation

Der Patient lebe gemeinsam mit seiner Partnerin und betreue seinen 81-jährigen Vater, der Pflegebedarf habe. Er nehme seit einigen Monaten ein Antidepressivum (SSRI) ein, das noch keine ausreichende Wirkung zeige.

Körperliche Gesundheit

Der Patient habe bleibende Nervenschäden an der rechten Hand infolge eines Arbeitsunfalls vor zehn Jahren, die seine Feinmotorik leicht einschränken. Er nehme ein SSRI-Antidepressivum ein. Weitere körperliche Beschwerden wurden nicht genannt.

Psychische Gesundheit

Seit etwa einem Jahr leide der Patient an anhaltender Antriebslosigkeit, Schlafstörungen (Morgenschlaf und nächtliches Aufwachen), vermindertem Interesse an früheren Aktivitäten und einem allgemeinen Gefühl von Überforderung. Die Belastungen durch steigende berufliche Anforderungen, die Pflege des Vaters, den Konflikt mit dem Bruder sowie das Gefühl sozialer Isolation würden die aktuelle Stimmung des Patienten besonders beeinflussen.